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Standrohr: Nutzung und Bedienung
Dieser Artikel beschreibt den praktischen Umgang mit dem Standrohr: Vorbereitung, Verkehrssicherung, Anmeldung bei der Gemeinde und Schritt-für-Schritt-Bedienung.
Zur Ausleihe bei der REWAG (Kosten, Abholung, Standorte) siehe: standrohr-ausleihe
Vor dem ersten Einsatz
Beim ersten Anschluss empfehlen wir, jemanden von der Freiwilligen Feuerwehr Tegernheim dazuzuholen – damit der fachgerechte Anschluss einmal praktisch gezeigt wird.
Anmeldung bei der Gemeinde
Bevor das Standrohr aufgestellt wird, kurz die Gemeinde Tegernheim (Gemeindeverwaltung) informieren. Die REWAG empfiehlt das ausdrücklich. Bei längerer Standzeit zusätzlich kurz Bescheid geben. Optional auch Anwohner informieren.
Eine formelle Genehmigung ist für kurze Standzeiten auf einer verkehrsruhigen Nebenstraße in der Regel unkompliziert. Bei regelmäßiger oder längerer Nutzung ggf. eine verkehrsrechtliche Anordnung nach § 45 StVO beantragen – das erledigt die Gemeindeverwaltung.
Verkehrssicherung
Die Haftung liegt bei der Solawi. Wer das Standrohr aufstellt, trägt die Verkehrssicherungspflicht gemäß RSA 21 (Richtlinien für die Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen) und § 823 BGB.
Mindestanforderungen:
- Mind. 3 Leitkegel um das Standrohr aufstellen
- Bei Dämmerung oder Nacht: Warnleuchten an den Kegeln
- Unmittelbare Umgebung von Fahrzeugen, Material und Geräten freihalten
- Standrohr vor Anfahrschäden schützen
- Schlauch quer über die Fahrbahn: Kabelbrücke oder Überfahrschutz verwenden
Standzeit so kurz wie möglich halten. Eine Standzeit bis ca. 23 Stunden ist laut REWAG grundsätzlich unproblematisch, sofern ordnungsgemäß abgesichert. Außerhalb der Arbeitszeit: Standrohr immer abbauen und unter Verschluss halten.
Bedienung
Erklärvideo (Stadtwerke Bad Homburg, Ablauf identisch): https://www.youtube.com/watch?v=FKlD5jiwxzc
Offizielle REWAG-Anleitung als PDF (auf der Hausanschluss-Seite unter „Bauwasser und Zählerstandrohre„ verlinkt):
→ REWAG: Hinweise für die Benutzung von Unterflurhydranten mit Standrohren (PDF)
Öffnen
- Verkehrssicherung aufstellen (Leitkegel, ggf. Warnleuchten)
- Kappenbereich von Schmutz säubern
- Dichtungsring am Standrohrfuß prüfen (vorhanden und intakt?)
- Klaue und Klauendeckel säubern, Klauendeckel abheben
- Standrohr in Klaue einführen, nach rechts drehen bis fester Sitz
- Abgangsarmatur am Standrohr vollständig öffnen (Luft entweichen lassen)
- Hydrant durch Linksdrehen des Bedienungsschlüssels langsam vollständig öffnen
- Hydranten ca. 5 Minuten spülen – Spülwasser sicher in Kanal ableiten
- Abgangsarmatur schließen, Schläuche ankuppeln
- Wasserentnahme nur über Standrohrventil regeln – Hydrantenabsperrung immer voll geöffnet lassen
<note> Kommt nach Öffnen kein Wasser: Hydrant und Kappe wieder schließen und sofort den Entstördienst anrufen: 0941 601-3444 </note>
Schließen
- Abgangsarmatur am Standrohr leicht öffnen
- Hydrant durch Rechtsdrehen schließen (bis zum spürbaren Anschlag)
- Schläuche abkuppeln
- Standrohr durch Linksdrehen aus der Klaue lösen
- Beobachten ob Wasserspiegel im Mantelrohr sinkt (= ordnungsgemäße Entleerung)
- Klauendeckel einsetzen
- Straßenkappe sauber verschließen
- Verkehrssicherungseinrichtungen abbauen
Lagerung
- Standrohr sauber halten (direkter Trinkwasserkontakt)
- Vor Schlag, Stoß und Frost schützen
- Zugänglichkeit zum Hydranten jederzeit gewährleisten – der Hydrant muss im Notfall für die Feuerwehr erreichbar sein
Frostwetter
Bei Frost Nutzung auf Notfälle beschränken. Nach jeder Entnahme bei Frost sofort Hydrantenabsperrung schließen und Standrohrventil öffnen, damit Standrohr und Hydrant entleeren können. Glatteisbildung durch austretendes Wasser vermeiden.
Entstördienst REWAG
0941 601-3444 – Tag und Nacht erreichbar.
Anrufen wenn:
- nach dem Öffnen kein Wasser kommt
- Hydrant oder Standrohr beschädigt ist
- Hydrant nicht ordnungsgemäß entleert
- Hydrantenkappe sich nicht öffnen lässt
